Letzte Meldung

September 12, 2006 by matthias

Mein Auslands- (oder vielleicht besser Urlaubs-)Semester ist nun vorbei und das harte Leben in Deutschland hat wieder begonnen (zur Zeit mache ich ein Forschungsprojekt am Potsdam Institut für Klimaforschung, bevor es Mitte Oktober dann mit Studieren weitergeht).

Dafür gibt es aber jetzt jede Menge Abenteuerliches von Nicole aus Guatemala zu berichten – unter edelkirsche.wordpress.com.

Hasta luego,

Matthias

Die Nacht in der Wueste

July 13, 2006 by matthias

Gestern frueh sind wir mit einem Auto (und einheimischen Fahrer) durch das Atlas-Gebirge bis zum Rand der Sahara gefahren, von wo es mit Dromedaren noch 2 Stunden bis zu den Nomaden-Zelten weiter ging. Kurz vor der Ankunft waren wir Zuschauer eines seltenen Spektakels: Regen in der Wueste. Gelegentlich verdunstete er, noch bevor er die Erde erreichte (das sieht man an gewissen Regen-Streifen im Himmel), es kam also meist nur wenig an. Und dann war alles ganz schnell wieder trocken.

Wir haben die Nacht unter sternklarem Himmel verbracht und heute morgen die Sonne im Wuestensand und ueber den Bergen aufgehen sehen…

Eigentlich waren noch einige Tage geplant, den hoechsten Gipfel Marokkos zu erklimmen, doch sind wir von Hitze, Durchfall und Magenproblemen geplagt und sicher nicht fit genug. Deshalb fahren Martin und ich morgen abend mit dem Nachtzug nach Tanger. Samstag abend bin ich dann sicher wieder in Granada.

 Viele Gruesse, Matthias

Marokko – das Tor zu Afrika

July 11, 2006 by matthias

Bon jour,

seit 3 Tagen sind wir nun in Marokko und schon am ersten Tag beim Betreten des Landes merkten wir, dass wir uns nun auf einem ganz anderen Kontinent befinden.

5 mal taeglich ruft der Muezin vom Minarett unueberhoerbar zum Gebet. Man sieht den Menschen hier noch ihre Vergangenheit als Nomaden (Berber) an: Die vielen Menschen, die auf dem Feld arbeiten, oder die Huetten und Zelte, die man vom Zug aus immer wieder sieht zeugen von einer bewegten Vergangenheit.

Die Leute, die wir im Zug treffen, sind immer sehr nett und helfen uns, wenn wir fragen haben (es gibt keine Bahnhofsdurchsagen, Ortsschilder etc.) Vielleicht haetten wir vorher unser Franzoesisch etwas aufbessern sollen; dank der kolonialen Besetzung Marokkos durch Frankkreich bis nach dem 2. Weltkrieg ist Franzoesisch 2. Amtssprache – neben Arabisch. Aber viele koennen auch Englisch oder Spanisch, sodass wir uns immer wieder irgendwie verstaendigen koennen.

In den Staedten gehen wir durch die historischen Zentren, die heute zerfallen und arm sind. Wie im europaeischen Mittelalter sieht es hier aus: enge Gassen ohne Kanalisation, ein Menschengewusel und ein Labyrinth von Gaengen – kilometerlang -, Esel und Menschen transportieren alles auf dem Ruecken oder per Karren, Handwerker und Haendler stehen in schmalen Raeumen zur Gasse hin und verkaufen ihr Waren, die sie teilweise auch dort anfertigen – das betrifft auch Lebensmittel und Fleisch; man kann zuschauen, wie ein Schwein oder ein Kalb geschlachtet und zubereitet wird.

Wir werden immer wieder angesprochen, ob wir was kaufen moechten, oder es werden uns Teppiche ausgerollt und ausgefaltet, Tee angeboten und erzaehlt, wie viele Monate die Herstellung (von Hand) eines seidenen Teppichs gebraucht hat. Dann hat man fast ein schlechtes Gewissen, ohne Kauf wieder wegzugehen, aber der Haendler bleibt auch dann noch freundlich.

Aber auch das Feilschen um einen Preis ist ein wahrhaftes Vergnuegen: man kann so den urspruenglichen Preis um mehr als die Haelfte runterhandeln (aber das klappt nicht immer; das haengt natuerlich auch davon ab, wie gern ein Verkaeufer was verkaufen will und wie sehr ein Kaeufer etwas haben will).

Alles in allem fuehl ich mich natuerlich ziemlich fremd in diesem Land. Genaueres erzaehl ich dann, wenn ich wieder zurueck bin.

Heute abend gucken wir Fussball (haben wir gestern auch gemacht beim Spiel um den 3. Platz) und morgen gehts dann nach Marakech, noch weiter in den Sueden.

Das wars erstmal, viele Gruesse aus Afrika,

Matthias

Per Anhalter durch Spanien

June 15, 2006 by matthias

Die Prüfungen sind mittlerweile alle geschafft, sodass nun genug Zeit bleibt, das spanische Leben zu genießen. Nach vielen kleineren und wunderschönen (Wochenend-)Ausflügen sind wir letzten Sonntag nach Jaen (nahe Granada) zu einem Konzert von “El Canto del Loco”, einer spanischen Band, gefahren.

Nach einer kurzen Nacht in einem Hostal in Jaen sind Martin und ich schließlich nach Valencia getrampt. Abends dort angekommen haben wir uns nach einer kurzen Altstadtbesichtigung an den wunderschönen Sandstrand begeben, dort gegessen und schließlich (bei dem starken Wind mehr oder weniger gut) im Sand und unter freiem Himmel geschlafen.

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich noch bis nach Barcelona kommen, allerdings fand sich kein Autofahrer dafür: Zuerst versuchten wir es an einer Ampelkreuzung direkt vor Beginn der Autobahn nach Barcelona, da dort schließlich alle Autofahrer in diese Richtung fuhren – bis schließlich die Polizei kam und uns verscheucht hat (auf die Frage, warum wir hier nicht trampen dürften, ist der Polizist in seinem Auto fast ausgetickt, hat auf seine Uniform gezeigt und gemeint, wenn er sagt, wir dürfen hier nicht trampen, dann dürfen wir das auch nicht). Danach haben uns Anwohner mit gutgemeinten Ratschlägen zu Tankstellen und anderen Kreuzungen geschickt, wo man angeblich gut trampen könne – nur war man da mitten in der Stadt und hat da größtenteils den Stadtverkehr gehabt. Am frühen Nachmittag haben wir uns dann entschlossen dann abends per Bus nach Granada zurückzufahren. Vorher ging’s natürlich nochmal an den Strand, und als wir nach 10stündiger Busfahrt frühs um halb 6 “zu Hause” ankamen, war erstmal Schlafen und Erholen angesagt.

Allerdings nicht allzulange: Abends gab es bekanntlich das Fußballspiel Deutschland – Polen, danach ein Abschiedsbotellon (Trinken & Feiern auf einem Platz in der Stadt) einiger Freunde, die nach ihrem Auslandsaufenthalt zurückfahren. Und schließlich ist ja diese Woche noch die “Feria” (Jahrmarkt) in Granada – mit jeder Menge Buden, Musik, Disco, Essen, Trinken…
Nachdem wir also gepflegt in gut spanischer Sitte die Nacht durchgemacht haben, gings um halb 8 frühs zum “Chocolate y Churros”-Essen und anschließen ins Bett. Und heute abend? Nach der Party ist vor der Party!

Hasta luego,
Matthias

Mulhacen – Fotos

May 11, 2006 by matthias

Hier nun einige Fotos vom letzten Blog-Eintrag:
Auf dem Gipfel

Auf dem Gipfel mit der EU-Flagge

Read the rest of this entry »

Mulhacén, 3.482m

May 2, 2006 by matthias

Besteigung des höchsten Berges des spanischen Festlandes

Als Jonas und ich Samstag nachmittag von einem kleinen Bergdorf (ca. 1.500m) in der Sierra Nevada aufgebrochen sind, um in die etwa 1.000m höher gelegene Berghütte zu wandern, erwarteten uns ersteinmal Nebel und schlecht markierte Wege. Nach einer kalten Nacht schlossen wir uns frühs um sieben Uhr drei anderen Wanderern an, um die fehlenden 1.000m zum Gipfel zu bewältigen – bei blauem Himmel und eiskalten Wind kletterten wir steile Schneefelder und Berghänge hochg und wurden schließlich mit einem wunderschönen Ausblick über die Sierra Nevada belohnt. Zurück sind wir in etwa 3.000 Höhenmetern durch die teilweise Schneebedeckte Sierra Nevada gelaufen bis wir dann nachmittags zur Ski-Station (2.400m) abgestiegen sind, um dann (ziemlich erschöpft) mit dem Bus nach Granada zurückzufahren.

Semana Santa (von Nicole)

April 14, 2006 by matthias

Hallo zusammen!

Heute werde ausnahmsweise mal ich die neuesten Eindrücke aus Spanien schildern, da ich Matthias gerade hier in Granada besuche und dafür habe ich mir auch wirklich die perfekte Zeit ausgesucht: die Semana Santa (Karwoche). Aber von vorn…
Nachdem Matthias für ein langes Wochenende in Deutschland war, sind wir Montag mittag vom Hamburger Flughafen in Richtung Sonne gestartet und nach dem Umsteigen in Palma (viele Inlandspanienflüge von Deutschland gehen über Mallorca, um dort die ganzen Touristen "abzuladen") am frühen Abend in Madrid angekommen. Nach der Übernachtung im Hostal (Zwölfbettzimmer…) sind wir die Stadt erkunden gegangen (das Museum Reina Sofia, wo u.a. die Guernica von Picasso hängt, aber auch viele Werke von Salvador Dali und Miro, hatten wir schon am Abend zuvor besucht).
Die Stadt Madrid machte auf mich einen sehr sauberen Eindruck, es gibt viele Parkanlagen und Plazas, die gepflegt sind und auf deren Bänken man es sich schon gemütlich machen kann. Das "Großstadtgefühl" bekommt man allerdings eher in den verzweigten Gängen der Metro, die vor allem zu den Zeiten mittags, wenn alle zur Siesta nach Hause fahren, sehr voll ist.

Read the rest of this entry »

Tag am Meer

March 27, 2006 by matthias

Diesen Samstag sind wir zu fünft in einem Mietwagen in den
Nationalpark "Cabo de Gata" ans Mittelmeer gefahren. Der Weg führte
erst durch kurvige und schmale Straßen der Sierra Nevada (wo wir dann
an einer schönen Stelle auch Picknick gemacht haben). Anschließend
ging's Richtung Küste nach Almeria, wo kilometerweit nur Gewächshäuser
zu sehen waren (ohne auch nur ein bisschen Grün zwischen diesen
Häusern; es war alles zugebaut). Im Nationalpark gab es die zum Glück
nichtmehr; die bis zu 500m hohe Hügellandschaft (ursprünglich Vulkane)
mit kleinen Dörfern, leeren Stränden und steilen Felsküsten ist ein
Naturschutzgebiet mit vielen Pflanzen und Tieren, allerdings nahezu
ohne Bäume (wir haben beim Wandern sogar ein Wildschwein gesehen).
Nachdem wir am frühen Samstag abend eine Unterkunft gefunden hatten,
verbrachten wir den restlichen Abend mit Essen und Trinken direkt am
Meer.

Sonntag wollten Philipp und ich eigentlich nur eine kleine Wanderung
auf den ca. 300m hohen Berg direkt am Ortsrand machen; einmal oben und
überwältigt von der dahinterliengen Landschaft sind wir dann noch 6
weitere Stunden gelaufen, von Gipfel zu Gipfel an steilen Schluchten
hochgeklettert (es gab überhaupt keine Wanderwege, was die
Gipfelbesteigung zu einem richtigen Abenteuer machte) . Die Sonne
schien unerbärmlich und da es keine Bäume gab, waren Schattenplätze nur
in den Felshöhlen zu finden.

Auf dem höchsten Gipfel (ca. 500m) angekommen waren wir jedoch froh,
diese Mühen auf uns genommen zu haben. Nach dem (etwas einfacheren)
Abstieg haben wir uns noch kurz im
Mittelmeer abgekühlt und sind dann alle zusammen wieder nach Hause gefahren.

Botellon

March 20, 2006 by matthias

Hallo zusammen,

nach langer Zeit gibt’s nun mal wieder eine Nachricht. So langsam stellt sich hier der Alltag ein, d.h. viel Studieren, Hausaufgaben machen und Spanisch lernen. Das Wetter ist seit ein paar Tagen regnerischer (nachdem wir zuvor 2 Wochen lang Sonne und blauen Himmel hatten), sodass man noch nicht einmal draußen was unternehmen kann.

Letztes Wochenende gab es hier in Granada ein “Makro-Botellon”. Botellones gibt es hier nahezu jedes Wochenende – da trifft sich die Jugend auf der Straße und auf Plätzen und trinkt und feiert bis in den frühen Morgen (was v.a. für Anwohner und Kneipenbesitzer ärgerlich ist). Diese Treffen werden nicht organisiert, sondern kurz vorher über SMS-Botschaften kommuniziert. Letzten Freitag haben sich so in Granada über 25.000 Leute zusammengefunden, um den Frühlingsanfang zu feiern. Da die Stadtverwaltung das vorher schon ahnte, hat sie dann auch vorsorglich einen Platz dafür zur Verfügung gestellt, Straßen gesperrt und Toiletten aufgestellt. In vielen anderen Städten Spaniens dagegen versuchten Behörden und Polizei diese Treffen (oder auch Besäufnisse) zu unterbinden (die spanische Regierung “verurteilte” die Botellones in einer Stellungnahme und in der Tat scheinen die Politiker und Behörden relativ macht- und ratlos).
Ich war Freitag abend dann auch nur zum Gucken da – meine Art zu feiern ist es ja nicht. Anbei noch ein Foto aus einer spanischen Zeitung.

Hasta luego!

Botellon

Fotos Sierra Nevada

March 5, 2006 by matthias

Letzten Samstag waren wir wieder in der Sierra Nevada wandern: Diesmal ohne allzuviel Schnee (nur weiter oben). Das Wetter war ganz gut, anfänglich sogar sehr warm und sonnig.

Sierra Nevada

Read the rest of this entry »